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Kommende Konzerte | Vergangene Konzerte


vCalendar (Outlook) Kalender eintragen Sonntag, 28. September 2014 20:00 h

Joachim Kühn / Majid Bekkas / Ramon Lopez: Chalaba

 LOT Theater, Kaffeetwete 4a, 38100 Braunschweig

Joachim Kühn, piano, alto sax
Majid Bekkas, voc, guembri, oud
Ramon Lopez, drums, tabla, perc

Eine Musik von magischer Intensität hat die deutsche Kritik Joachim Kühn und seinem Trio mit Majid Bekkas und Ramon Lopez bescheinigt. Wie bereits zuvor mit Rabih Abou Khalil und Jarrod Cagwin hat er sich mit den beiden auf die Spuren der arabischen und afrikanischen Musik begeben, deren Reichtum er als ausreichenden Fundus für eine Lebensaufgabe bezeichnet hat.

Sein Leben war auch so schon reich an Musikerfahrungen. Er kommt wie einige andere der ganz großen Jazzmusiker aus der klassischen Ecke. Mit 17 entschied er sich für den Jazz und gründete 1964 sein erstes Trio. Mit 22 kehrte er Leipzig den Rücken, traf seinen Bruder Rolf, der diesen Schritt schon vorher gegangen war, in Hamburg wieder und entwickelte sich zu einem allenorts anerkannten und gefeierten musikalischen Weltbürger.

Sein Leben war nicht gerade von Stetigkeit geprägt. Und auch seine musikalischen Vorlieben wechselten mit den Plätzen, an denen er lebte. Immer war er den stilistischen Neuorientierungen im Jazz um einen entscheidenden Schritt voraus, so beim Free Jazz und dann auch beim elektrischen Jazz. Trotzdem ist es immer seine eigene Musik gewesen. So wie er sich durch seine Musikerkollegen in seiner Entwicklung beeinflussen und bereichern lässt, hat er auch immer wieder auf das bereits von ihm Er- und Gelebte zurückgegriffen, es integriert. Ende der neunziger Jahre erlebten wir dann eine fundamentale Veränderung seiner Musik, als er sein eigenes Improvisationsschema entwarf, das Diminished Augmented System. In diesem System gibt es keine Dur- und Mollakkorde mehr, sondern für jede Tonart jeweils vier übermäßige und drei verminderte Akkorde, die er als Klänge bezeichnet. Die rechte Hand spielt die eigentliche Melodie-Improvisation; die Ideen, die ihm kommen, teilen sich dieser Hand - wie er es bezeichnet - "organisch" mit. Der Kopf sei dabei ausgeschaltet. Was heißen dürfte, dass seine Musik von seinem Empfinden gesteuert ist. Lange Jahre habe er gebraucht, um den für diese Spielweise unerlässlichen Zustand überhaupt zu erreichen; er könne anschließend kaum je sagen, was er gerade gespielt habe.

Nach seiner Übersiedlung in den Westen wurde er innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Vertreter der Jazz-Avantgarde in den so unterschiedlichen Jazzmetropolen Paris, Los Angeles, New York und Hamburg. Und mit genau so unterschiedlichen Musikern spielte er dort: Michel Portal, Ornette Coleman, Archie Shepp, Jean François Jenny-Clark, Daniel Humair, Joe Henderson, Rabih Abou-Khalil, Michael Brecker und Michael Wollny. Die längste Strecke ging er mit dem französischen Bassisten Jenny-Clark und dem Schweizer Schlagzeuger Daniel Humair. Das Trio gehörte zu den frappantesten und gefragtesten Formationen des Free Jazz in Europa und spielte - wie sich einige sicher noch erinnern werden - im September 1995 für uns. Die Zusammenarbeit endete mit dem Tod Jenny-Clarks 1998.

In den letzten Jahren hat er sich mit dem marokkanischen Sänger und Guembri- und Oud-Spieler Majid Bekkas und dem spanischen Schlagzeuger Ramon Lopez zusammengetan und auch viel mit Michael Wollny gespielt, der eine Generation jünger ist und seine Diplomarbeit über ihn geschrieben hat. Und unvergessen für die gesamte Welt des Jazz: sein legendärer Auftritt mit Archie Shepp, der Inkarnation der afroamerikanischen Musik.

Joachim Kühn war insgesamt bereits viermal bei uns zu Gast: 1991 mit seiner Jubiläumsband, 1995 mit Daniel Humair und Jean François Jenny-Clark, 1998 mit Detlev Beier und Wolfgang Reisinger und 2005 mit Rabih Abou Khalil und Jarrod Cagwin. Wir freuen uns auf dieses fünfte Mal mit Majid Bekkas und Ramon Lopez.

Karten:
- Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage, Tel.: 0531 / 125712
- Tourist-Büro Braunschweig (Am Dom), Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse, Braunschweig, Schild 10, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
- und weitere ...

» Weitere Informationen

Eintritt: Abendkasse 25 € / 22 € (ermäßigt) / 10 € (SchülerInnen)

Mit freundlicher Unterstützung:
» Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
» Kulturinstitut der Stadt Braunschweig


vCalendar (Outlook) Kalender eintragen Sonntag, 23. November 2014 20:00 h

Tomasz Stanko Quartett

 LOT Theater, Kaffeetwete 4a, 38100 Braunschweig

Tomasz Stanko - trumpet
David Virelles - piano
Thomas Morgan - bass
Gerald Cleaver - drums

Der Klang seines Instruments sei eng mit seinem Leben verbunden, sagt Tomasz Stanko. Von Kindheit an war er, Sohn eines Geigers, vom Klang der Trompete fasziniert. Rau, kernig und doch sehnsuchtsvoll - melancholisch. So wie man es der polnischen Seele gerne attestiert.

Stanko gehört zur ersten Generation europäischer Musiker, die als Reaktion auf den amerikanischen Free Jazz neue Wege suchten und einen ihnen eigenen musikalischen Ausdruck fanden. Sein Vorbild war Krzysztof Komeda, von dem er 1963 auf dem Warschauer Jazz Jamboree eingeladen wurde, in dessen Band zu spielen. Der gehörte er mehrere Jahre an und spielte mit ihr auch im Westen.

Über Krzysztof Komeda sagt Stanko: "Er war so etwas wie ein Guru für mich, besonders als Komponist. Er zeigte mir, wie einfach Lebendigkeit sein kann, wie man das Entscheidende spielt, ohne die unterschiedlichsten Harmonien, Asymmetrien und vielen kleinen Details auszublenden. Ich kann wirklich glücklich sein, dass ich meine Karriere mit so einem Lehrer beginnen durfte."
Mit Komeda spielte Stanko 1966 die Platte "Astigmatic" ein, die zu den Standards der polnischen Jazz-Geschichte gehört. Danach folgten Tourneen durch Jugoslawien, Tschechoslowakei und Skandinavien, arbeitete er mit dem Pianisten Andrzej Trzaskwoski zusammen, bis er 1968 sein Quintett mit dem Tenor-Saxophonisten Janusz Muniak aufbaute. Bis 1973 gastierte das Ensemble auf allen großen Festivals, wobei Stanko immer wieder die Zeit blieb, bei anderen Projekten mitzuwirken

Einengungen hat Tomasz Stanko in seiner Heimat Polen nie erleben müssen. Die Jazz-Landschaft war zwar klein und übersichtlich, aber dank der Kontakte, die die polnische Jazzföderation zur amerikanischen Botschaft unterhielt, waren Konzerte amerikanischer Bands möglich, und dank Joachim-Ernst Berendt kamen auch deutsche Gruppen zu dem Warschauer Jazzfestival.

Bis in die 1980er Jahre schloss sich Stańko keiner Formation mehr dauerhaft an, sondern trat mit unterschiedlichen Musikern auf (u. a. Dave Holland, Tomasz Szukalski, Edward Vesala, Cecil Taylor, Heinz Sauer). In Indien entstand 1980 das Soloalbum Music from Taj Mahal and Karla Caves. Dann arbeitete er mit dem Trio von Sławomir Kulpowicz. Mit C.O.C.X. und mit seiner Freelectronic (zu der unter anderem Vitold Rek gehörte) spielte er Fusion und trat auch auf dem Jazz Festival Montreux auf. Sein Komeda-Tribut Litania erhielt 2000 den Deutschen Schallplattenpreis. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends spielte er zunächst mit den Musikern des Simple Acoustic Trio (Marcin Wasilewski – Piano, Sławomir Kurkiewicz – Kontrabass, Michał Miśkiewicz – Schlagzeug) zusammen. 2013
arbeitete er mit einem amerikanischen Quartett zusammen.

Seit den 1970er Jahren hat seine Musik alle Bereiche des Jazz verinnerlicht; durch die Integration, Assimilation und Auflösung konventioneller Rhythmen, Harmonien und Strukturen entstehen scheinbar atonale und schwebende Klänge, die auf eine spezifische Weise musikalisch geordnet sind. Das Besondere am Spiel Tomasz Stańkos sind sein eigener, unverwechselbarer Sound, die slawische Melancholie und der kraftvolle, "schmutzige“ Klang seiner Trompete, der bereits beim ersten Ton seinen Schöpfer erkennen lässt.

Karten:
- Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage, Tel.: 0531 / 125712
- Tourist-Büro Braunschweig (Am Dom), Tel.: 0531 / 470-2040
- Konzertkasse, Braunschweig, Schild 10, Tel.: 0531 / 16606
- Online über eventim
- Abendkasse
- und weitere ...

» Weitere Informationen

Eintritt: Abendkasse 25 € / 22 € (ermäßigt) / 10 € (SchülerInnen)

Mit freundlicher Unterstützung:
» Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
» Kulturinstitut der Stadt Braunschweig

 
 
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